Die Idee Musik | Deutsch | English
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Abschied

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Tanzfreunde!

 

Es war ein fulminanter Start unserer Zusammenarbeit als im Herbst 2009 LOVE HURTS ... PETRUSHKA, die Gemeinschaftsproduktion von The.Lab Art & Media GmbH und der Norddeutschen Konzertdirektion Melsine Grevesmühl GmbH mit DanceWorks Chicago so erfolgreich über die Bühnen wirbelte. Nach der umjubelten Premiere am Theater im Pfalzbau Ludwigshafen (neben der Oper Köln Koproduzent unseres „Dancicals“) tourte die Produktion 2009 und 2010 ausgiebig durch Deutschland und die Tschechische Republik.

 

„Dieser wilde Mix von Tanzstilen, die in Zeit, Ausdruck, Technik und Musik so vollkommen unterschiedlich sind, ist fast ein bisschen wie die sichtbar gewordene Evolution des Tanzes: Alles baut aufeinander auf. Alles lässt sich zueinander beziehen. Innovativer und umfassender kann es auf der Bühne kaum zu gehen.“, so schrieb ein Kritiker über unsere Produktion.

 

Wir danken allen, die PETRUSHKA begleitet haben: unserem gesamten Team, den Mutmachern und Unterstützern, den Veranstaltern und dem Publikum.

 

Wir sagen: GOOD BYE PETRUSHKA, und freuen uns auf neue Herausforderungen und Projekte … .

 

Die Idee

Breakdance, Popping, Locking, Brooklyn Rocking ... Streetdance!!!


 

Der Tanz ist immer auf der Suche nach neuen Bewegungen und bedient sich gern der Kulturen fremder Länder und seit Neuestem auch der westlichen Popkultur.

So haben auch Elemente des Streetdance Eingang in die Bewegungssprache zeitgenössischer Choreographen gefunden. Sie adaptieren meist die Form der „Battles", die mitreißenden Schaukämpfe, in denen die besten Akrobaten gegeneinander antreten, von der Straße auf die Bühne. Vor genau 100 Jahren (1909) erlebte die Ballettwelt eine ähnlich wilde Veränderung:

Mit den Choreographien der Ballets Russes  belebten neue, junge, Tänzer, Choreographen, Musiker, bildende Künstler und Komponisten das Ballett auf bis dahin unvorstellbare Weise und entfachten Protest aber auch riesige Begeisterungstürme.

Das Ballett  Petruschka, basierend auf den Traditionen des klassischen Ballett des 19. Jahrhunderts und  einer russischen Version der Commedia dell’Arte, ist Vorlage für das Projekt  Love Hurts… Petrushka, in dem sich die die Tanzwelten des Streetdance und des Ballets Russes begegnen.

Produktion
Creative Producer: Dirk Elwert
Choreographie: Mario Schröder/ Julie Pecquet
Ausstattung: Claus Stump
Musik: Igor Strawinsky/ Mike Dietrich aka DJ Opossum

Cast
Petrushka: Donald "D-Ray" Colson
Petrushka (alt): Smiley (Vernon) Garfield
Mohr: BBoy Timo Draheim
Ballerina: Julie Pecquet
Akrobat: Max Loos (Chinese Pole)
Jahrmarktsbesucher u.a.: DanceWorks Chicago

Produziert von
The.Lab Art & Media GmbH in Zusammenarbeit mit der
Norddeutschen Konzertdirektion Melsine Grevesmühl GmbH
Koproduzent: Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen & Oper Köln

Über Petrushka
1911 vom russischen Impresario Sergej Diaghilev in Auftrag gegeben und von Igor Strawinsky vertont, basiert das Ballett Petrushka auf einem Libretto von Alexandre Benois, der auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnete, in Zusammenarbeit mit Strawinsky und dem Choreographen
Mikhail Fokine.

Puppen treffen auf Menschen, phantastische Bilder stehen realistisch inspirierten Szenen gegenüber, Tragik setzt sich gegen Komik durch, Chaos gegen Ordnung.

Petrushka spielt vor dem Hintergrund der bunten Jahrmarktwelt. Erzählt wird die Geschichte dreier Puppen, die auf geheimnisvolle Weise zum Leben erwachen: Petrushka, von menschlichen Leiden-schaften durchdrungen, verliebt sich in die schöne Ballerina. Doch seine Liebe bleibt unerwidert und führt schließlich zu einem tragischen Ende.

Die beiden unterschiedlichen Welten in Petrushka, das Jahrmarktleben mit dem Personal der dörflichen Gemeinschaft und die künstliche Welt des Puppentheaters bieten die ideale Ausgangssituation für die Begegnung von klassisch geprägtem Ballet (wenn auch in seiner zeitgenössischen Ausrichtung) und Streetdance.

Die Figuren des Puppentheaters (Petrushka, Ballerina, Mohr) werden von Break-Dancern gestaltet. Damit erhalten die Protagonisten eine Bewegungssprache, die ihre Fremdheit und Anderssein unterstreicht. Gleichzeitig erhält die tragische Geschichte und fast menschliche Tragödie der Puppen eine sehr intensive und authentische Ausdruckskraft.

Denn auch wenn Streetdance heute die Theater erobert, so bleibt sein Ursprung doch die Straße und ist Ausdruck von Verzweiflung und Aufbegehren, Mittel zur Unterdrückung Schwächerer und Ventil für die Gedemütigten.

Und hier trifft der Tanzstil "Streetdance" genau das Thema von "Petrushka".

Das Gegen- und Miteinander, das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Ästhetiken und Stile machen den Reiz der Produktion aus. Mit den Ausdrucksmitteln einer jungen urbanen Kultur wird eine traditionelle Bühnenform, verfremdet, bereichert und ergänzt.

Durch Theaterzauber und Verkleidung wird die magische Welt des Puppentheaters bewusst erhalten und wieder hergestellt. Die klassischen Theater -und Bühnenmittel werden eingesetzt und mit den Mitteln einer neuen Alltags- und modernen Großstadtkultur verbunden.

Strawinskys Komposition ist musikalische Basis für Love Hurts …Petrushka. Dieses Werk wird ungekürzt gespielt, untermalt, ergänzt und kommentiert mit Elementen des Hip Hop, Techno und neuem musikalischen Formen und Ausdrucksweisen.